JONAS LUND

Jonas Lund
born 1984 in Linköping, Sweden
lives and works between Berlin and Amsterdam

Jonas Lund geht der Lebensrealität von Kunstwerke nach, die sich zusehend im dauerhaften Wettlauf um Aufmerksamkeit, Wert und Wachstum, ebenfalls Prozessen der Optimierung, zuwenden. Seine Werke bearbeiten die Verteilungsmechanismen und die damit verbundenen Produktions- und Vermarktungsstrategien von Kunstwerken. In den letzten sechs Jahren hat er die inflationäre Rolle von Kunstwerken (im speziellen von Malerei) im Rahmen marktstrategischer Verkaufsmodelle analysiert und in dessen Folge auch imitiert. Gezwungen durch den ständigen Druck nach künstlerischer Kreation hat Lund seine Produktionsprozesse immer mehr verfeinert, indem er sie unter anderem an eigens geschriebene Programme outsourced, die den kreativen Denkprozess zu übernehmen meinen. Der Analyse von Seiten wie Artrank oder Artsy, ging die Frage voraus, wie und ob sich DAS erfolgreiche Kunstwerk schaffen lassen könnte, dessen einziges Ziel das der Wertsteigerung ist. Die drei großformatigen Leinwände aus der “Studio Practice” Ausstellung (2014) sind mit die letzten Überlebenden von 93 Arbeiten. Lund engagierte Assistenten, deren Aufgabe es war, ausgehend von einer 300-seitigen Anleitung prozess-basierte Malereien herzustellen, während ihrem Schaffen per Live-Stream zugeschaltet war. Nach Fertigstellung wurde von einer Jury aus Künstlern, Galeristen, Sammlern und Kunstberatern über den Verbleib der Malereien geurteilt, ob sie zerstört oder signiert werden sollten. Am Ende durften insgesamt nur vier Arbeiten von Lund signiert werden.

Bei “Hype Cycle” (2016) handelt es sich um eine intelligente Videoarbeit, die sich selbst immer wieder aktualisiert, um die aktuellsten Hypes in Kunst, Wirtschaft und Technologie zu verfolgen. Bilder, Texte und Videos werden aus einer Reihe von Online-Quellen gefltert und mit bereits defniertem Material vermischt, sodass sie eigenständig arbeiten kann. Seit 2017 beschäftigt sich Lund mit dem Aspekt des User-Feedbacks und der Möglichkeit des Besuchers aktiv mit der Ausstellung zu interagieren. Im Sinne einer Feedback-Schleife, sollte der Beitrag des Users wiederum für den eigenen Wertprozess nutzbar gemacht werden. Für die Ausstellung übergibt Lund dem Besucher die Möglichkeit seine Stimme für die Kunstwerke seines Gefallens abzugeben. Die Bewertung, das Rating, der Besucher entscheidet über den Verbleib der Werke – die Meistgewählten gewinnen (Your Opinion Matters, 2017). Jedes Kunstwerk muss um seine eigene Präsenz buhlen. Es gibt nur ein Dafür oder Dagegen.

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Exhibitions (selection 2013-2019)

2019
Operation Earnest Voice, The Photographers’ Gallery, London (UK) (solo)
Behind the Screen, KINDL Berlin, MASCHINENHAUS M2, Berlin (DE)
Vienna Biennale for Change 2019: BRAVE NEW VIRTUES. MAK (AT)
Vienna Biennale for Change 2019: BRAVE NEW VIRTUES. Kunsthalle (AT)

2018
Jonas Lund Token (JLT), Art Düsseldorf with Unttld Contemporary, Vienna (AT) (solo)
N Football, Allianz Arena, Public Art Munich 2018, Munich (DE) (solo)
Jonas Lund Token (JLT), Castor Gallery, NYC (US) (solo)
Operation Earnest Voice, V2, Rotterdam (NL) (solo)
Jonas Lund & Timm Ulrichs, Unttld Contemporary, Vienna (AT) (solo)
Proof of Work, Schinkel Pavillon, Berlin (DE)
Divided We Stand, Busan Biennale, Busan (KR)
Algorithmic Lifestyle, Roehrs Boetsch, Zurich (CH)
W&W: Miete, Strom, Instagram, Walch & Winkler, Berlin (DE)
Berlin, Zentrum Der Netzkunst – Damals Und Heute, Panke Gallery, Berlin (DE)
Supra-Citizenship, The Future of Demonstration, Atelier Augarten, Vienna (AT)
Gallery.Delivery, Gallery.Delivery, Berlin (DE)
Net Art Anthology, Rhizome, NYC (US) (online)
Drehmoment, Kulturregion Stuttgart (DE)
Hi Munich, Public Art Munich, PAM2018, Munich (DE)
The Undisciplined, Kreuzberg Pavillon, Berlin (DE)
Ethereal Summit, The Knockdown Center, NYC (US)
A.I. Between Humour, Fear & Utopia, CCA, Montreal
New Lights, Galerie François Léage, Paris (FR)
Re/public. Öffentliche Räume in digitalen Zeiten, Polit-Forum Bern, Bern (CH)
Pizza Is God, NRW Forum, Düsseldorf (DE)
Transmediale, HKW, Haus der Kulturen der Welt, Berlin (DE)

2017
Timm Ulrichs & Jonas Lund, PiK, Cologne (DE)(solo)
Critical Mass, Galerie Édouard Manet, Paris (FR)(solo)
The Internet Express, Panke Galler, Berlin (DE)(solo)
Away on Vacation, Steve Turner, Los Angeles (US)(solo)
Mutual Display, Der Würfel, Neumeister Bar-Am, Berlin (DE)(solo)
Stedelijk Base, Stedelijk Museum, Amsterdam (NL)
Electronic Superhighway, MAAT, Lisboa (PT)
When machines are dreaming, Technische Sammlung Dresden, Dresden (DE)
Family, art, work, surroundings, Galleri Tom Christoffersen, Copenhagen (DK)
Het Zalig Nietsdoen, Museum Kranenburgh, Bergen (NL)
Foam Fusion, Foam Fotografiemuseum, Amsterdam (NL)
Nature, Castor Gallery, New York (US)
Searching For Magic And The Distorted Image Falling From Your iCloud, The Dot Project, London (UK)
Techno-Optimism / Techno-Pessimism, Plan D, Zagreb (HR)
The Cloud in Rapids, SEA Foundation, Tilburg (NL)
Virtual Perception, Huset for Kunst & Design, Holstebro (DK)
Human/Digital: a symbiotic love affair, Kunsthal Rotterdam, Rotterdam (NL)

2016
Your Logo Here, Steve Turner, Los Angeles (US)(solo)
Versus, Växjö Konsthall, Växjö (SWE)(solo)
Fair Warning, Whitechapel Art Gallery, London (UK)(solo)

2015
Legacy of the Void, Boetzelaer|Nispen, Amsterdam (NL)
Contemporary Gallery, New Shelter Plan, Copenhagen (DK)(solo)
Strings Attached, Steve Turner, Los Angeles (US)(solo)

2014
Studio Practice, Boetzelaer|Nispen, Amsterdam (NL)(solo)
Flip City, Steve Turner, Los Angeles (US)(solo)

2013
The Fear Of Missing Out, Showroom Mama, Rotterdam (NL)(solo)
Curate This, Galerie van Gelder, Amsterdam (NL)(solo)