Caroline Heider | Fotografie zum Zeitvertreib

Eröffnung: 08.03.18, 18.00 Uhr
Dauer: 09.03. – 21.04.2018

„h) A u f n a h m e n v o n F e u e r w e r k s v e r a n s t a l t u n g e n.
F e u e r s b r ü n s t e n u n d a n d e r e n s e l b s t l e u c h t e n d e n
G e g e n s t ä n d e n

Weit weniger Schwierigkeiten bieten naturgemäß photographische Aufnahmen von Körpern, die selbst leuchten und somit durch ihr Eigenlicht auf die Platte einwirken, wie. z.B. von Feuerwerkskörpern. Das Verfahren ist im übrigen ganz wie sonst. Man stellt den Ort, wo das Feuerwerk abgebrannt wird, am besten vorher scharf ein und benutzt ein lichtstarkes Objektiv, sowie möglichst empfindliche, lichthoffreie Platten. Das Objektiv kann ruhig während der ganzen Dauer des Feuerwerks unbedeckt bleiben. (…) In ähnlicher Weise gelingen des nachts Aufnahmen von F e u e r s b r ü n s t e n,
I l l u m i n a t i o n e n, sowie bei b e n g a i s c h er B e l e u c h t u n g (am Besten bei Weißfeuer). Badet man die fertigen Abrücke solcher Aufnahmen in einer Lösung von Anilinrot, so erhält man Bilder mit scheinbar roter Beleuchtung von eigentümlicher Wirkung.“ (Zitat aus: Hermann Schnauss, „Photographischer Zeitvertreib, 1890)

Caroline Heider beschäftigen historische Anleitungsbücher zur Fotografie und der Übertrag beschriebener Techniken in digitale Bildbearbeitungswerkzeuge. Eines dieser Bücher heißt „Photographischer Zeitvertreib“, das 1890 von Hermann Schnauss für Amateure herausgegeben wurde. Neben technischen Aspekten wird beispielsweise beschrieben, wie ein „gutes Bild“ aussehen soll, wie spektakuläre Lichtphänomene eingefangen werden können oder Fakebilder erzeugt werden können. Diese Anleitung ist Ausgangspunkt für Caroline Heiders Kapitel „Feuerwerken“, „Nachtfotografie“ und die „Welt auf der Tischplatte“, die sie für unttld reinszeniert hat.